„Gott hat uns nicht den Geist der Verzagtheit gegeben"

09.10.2026 | Erzbischof Stephan Burger traf sich mit Vertretern der Lokalpolitik

Es ist inzwischen gute Tradition, dass sich Lokalpolitiker aus der ganzen Erzdiözese Freiburg zum Gespräch mit Erzbischof Stephan Burger Treffen. In diesem Jahr fand es am 5. Oktober 2026 im Collegium Borromäum in Freiburg statt.

 „Wo stehen wir am Tag 280 nach der rechtlichen Umsetzung der Strukturreform in der Kirchenentwicklung 2030?“, fragte Erzbischof Stephan Burger vor rund 50 (Ober-)Bürgermeistern und Landräten.
Nach seiner Einschätzung ist die Leitung im pastoralen und im verwaltenden Bereich sehr viel mehr zur Leitung im Team geworden, bei der kirchenrechtlich korrekt die Priester jeweils mindestens 50% der Leitenden sind. Aber nicht nur für Hauptberufliche war der Prozess eine Umstellung, auch Ehrenamtliche haben die Herausforderungen angenommen und mitgestaltet: „In allen 36 Pfarreien konnten die Pfarreiräte im letzten Herbst gewählt werden und der Pfarreivermögensverwaltungsrat konnte überall gebildet werden. Über 1000 Ehrenamtliche sind so in einem der beiden Gremien in Verantwortung.“
Doch der Prozess ist damit nicht abgeschlossen: So werden im Fachforum vom 16. bis 17. Oktober 250 Personen, davon 180 aus den neuen Pfarreien, über pastorale Mindeststandards beraten. Für die künftige Zusammenarbeit werden rollenbasiertes Arbeiten wie auch eine Finanz- und Immobilienstrategie notwendig sein. Auch in Zeiten rückläufiger Finanzmittel und zunehmender Radikalisierung der Gesellschaft rief Erzbischof Stephan Burger zu Optimismus auf gemäß des zweiten Timotheusbriefes: „Gott hat uns nicht den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“
Einen Ausblick in die Zukunft gab Generalvikar Christoph Neubrand, der auf das Jubiläumsjahr der Erzdiözese 2027 hinwies und auch eine 72-Stunden-Aktion ankündigte.
 
Nach einer offiziellen Fragerunde, bei der auch Lob zum guten Entwicklungsprozess ausgesprochen wurde, gab es im Anschluss bei einer Stärkung die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch, etwa zu Themen wie Demokratie, Kirchengebäude oder Kindergärten.